Freitag, 19. Oktober 2007

Ein Autofahrer als Bahnfahrer

Ich bin von einer Kleinstadt (ja, Kleinstadt, auch wenn die Stadtverwaltung meint, dass man eine Großstadt sei, aber wenn man die Studenten abzieht, ist man halt Kleinstadt) in ein Ballungszentrum gezogen.
Lektion eins die ich hier gelernt habe: Lass dein Auto besser stehen, wenn du halbwegs schnell und pünktlich zur Arbeit kommen willst. Der direkte Weg morgens bedeutet: um drei Ecken, raus aus dem Wohngebiet, rauf auf eine Autobahn, anstellen im Stau. Stau. Stau. Achja, es staut sich. Wieder runter von der Autobahn, ein Hauptstrasse, Querstrasse, kreiseln, Parkplatzsuche. Drei Zigaretten später steht das Auto in einer hoffentlich knöllchenfreien Zone, man läuft zur Arbeit und legt los.

Ne, Danke.

Stattdessen: kurz mit dem Auto ums Eck (könnte ich auch mit dem Bus machen), Park and Ride, rein in die S-Bahn, Hauptbahnhof, jenachdem was dort eher kommt, U- oder Strassenbahn, dann gemütlich noch zwei Ecken weit zur Firma schlendern.
Mag man über Bahn und Co auch meckern, ich komme entspannter hin und zurück. Und das selbst im Bahnstreik, "meine" S-Bahn fuhr. Die einzige Bahn für diese Stunde. Fast menschenleer. Kein Gedränge. Dafür die Meldungen vom Verkehrsfunk: der klassische Stau auf der Autobahn ist dreimal so lang wie üblich. Nur nach Feierabend war dann doch noch ein wenig Improvisieren angesagt, seltsamerweise war ausserhalb des Streiks mit mehr Störungen zu rechnen.
Achso, ja, ich fahre mit dem Auto zur S-Bahn. Ich könnte diese Etappe auch per Bus erledigen, aber da stimmt leider der Fahrplan nicht so richtig, jedenfalls hätte ich abends (wegen unpassender Takte) fast 20 Minuten Wartezeit auf den Bus. Dann lieber Auto.

1 Kommentare:

ingh hat gesagt…

Das mit dem Auto zum P+R kenne ich auch noch von einer früheren Arbeitsstelle. Da bin ich mit dem Auto knapp 10 km zum P+R gefahren, habe so zweimal am Tag je 15 bis 45 Minuten gespart (je nachdem, wie unpassend der Takt gerade fiel) und konnte bei Bedarf unterwegs noch schnell im Einkaufszentrum reinspringen - ansonsten hätte ich viel zu viel Zeit in verschiedenen Ich-fahre-durch-alle-Gassen-des-Stadtteils-und-halte-an-jeder-zweiten-Ecke-Bussen und Wartehäuschen verbracht...